Bürogebäude haben sich in den letzten Jahren still verändert: Dienstags ist das Haus voll, freitags halb leer. Die Haustechnik hat das nicht mitbekommen. Die Zeitspülung an den Urinalen läuft an beiden Tagen gleich — und an Wochenenden, Brückentagen und über Weihnachten auch. Das ist der unspektakulärste Posten in jeder Nebenkostenabrechnung und zugleich der am leichtesten abzustellende.
Rechenbeispiel: Bürogebäude mit 400 Arbeitsplätzen
400 Arbeitsplätze, davon etwa 240 männlich, bei 60 % Anwesenheit im Schnitt, 220 Arbeitstage, zwei Urinalnutzungen pro Anwesenheitstag:
| Nutzungen pro Jahr | 63.400 |
| Wasserverbrauch bei 2,0 l | 127 m³ |
| Kosten bei 5,00 €/m³ | 635 € |
| zusätzlich Zeitspülung an 145 Leertagen | je nach Einstellung erheblich |
| bei 12 Urinalen je Gerät | rund 5.300 Nutzungen / Jahr |
Die letzte Zeile erklärt, warum Bürogebäude in der Wartung angenehm sind: Bei dieser Frequenz reicht ein Wechsel des Geruchsverschlusses alle zwei bis drei Jahre — er verschwindet praktisch im ohnehin laufenden Gebäudeunterhalt. Rechnen Sie mit Ihrer eigenen Belegung im Einsparrechner.
Wasserkosten laufen über die Betriebskostenabrechnung — der Eigentümer legt
sie um, gespart hätte also der Mieter, investieren müsste aber der Eigentümer. Dieses
Auseinanderfallen von Kosten und Nutzen ist der Grund, warum in vermieteten Objekten sinnvolle
Kleinmaßnahmen jahrelang liegen bleiben.
Bei Urinalen lässt sich das auflösen, und zwar aus einem technischen Grund: Die
Keramik bleibt erhalten. Umgerüstet wird nur der Einsatz. Die Maßnahme ist
damit keine bauliche Veränderung im eigentlichen Sinn, sondern rückbaubar —
und deshalb auch für Mieter mit befristetem Vertrag darstellbar. Wer fünf Jahre im Haus
bleibt, refinanziert die Umrüstung aus den eigenen Nebenkosten und gibt die Fläche bei
Auszug im Ursprungszustand zurück. Dafür braucht es lediglich eine schriftliche Zustimmung
des Vermieters, die erfahrungsgemäß selten verweigert wird.
Nachhaltigkeitsberichte: eine Zahl, die man belegen kann
Wasserverbrauch gehört zu den Kennzahlen, die in Nachhaltigkeitsberichten und bei DGNB, LEED und BREEAM abgefragt werden. Die Urinalumrüstung hat dabei eine Eigenschaft, die kaum eine andere Maßnahme bietet: Sie wirkt unabhängig vom Verhalten der Nutzer. Beleuchtungskampagnen, Heizungsappelle und Mülltrennung brauchen Mitwirkung; hier tritt die Einsparung ein, sobald die Geräte hängen, und lässt sich im Folgejahr am Zähler belegen.
Die stillen Tage sind das eigentliche Argument
Ein Bürogebäude steht an Wochenenden, Feiertagen und über die Jahreswende leer — im Schnitt 145 Tage im Jahr. In dieser Zeit verbraucht ein Sensorurinal wenig, ein zeitgesteuertes hingegen unverändert viel, denn es weiß nicht, dass niemand da ist. Genau diese Tage tauchen in keiner Verbrauchsdiskussion auf, weil niemand sie mit einer Nutzung verbindet.
Dazu kommt die Kehrseite der Leerstandszeiten: stehendes Wasser in den Zuleitungen. Wer umrüstet, sollte die Spülwasserleitung bis zur durchströmten Leitung zurückbauen lassen und sie nicht nur absperren — sonst bleibt eine Totleitung im Strang, und die ist hygienisch schlechter als der Zustand vorher.
Was das Facility Management wissen muss
Der Aufwand verschiebt sich, er verschwindet nicht: Statt Entkalkung, Ventilwartung und Batteriewechsel gibt es einen planbaren Wechseltermin. Zwei Punkte gehören in die Reinigungsvorgabe — pH-neutrale Mittel und kein Durchspülen mit dem Eimer. Für Etagen mit ungleichmäßiger Belegung sind enzymatische Beckensteine sinnvoll: Sie arbeiten auch dann weiter, wenn eine Etage wochenlang kaum genutzt wird.
Bei der Modellwahl ist in Bürogebäuden weniger die Robustheit entscheidend als der Wechselaufwand. Der Magma 2.0 lässt sich ohne Werkzeug tauschen — der Hausmeister erledigt das ohne Sanitärfachfirma und ohne Terminabstimmung.
Häufige Fragen
Lohnt sich das bei moderater Nutzung überhaupt?
Die Amortisation dauert länger als in Hochfrequenzobjekten, dafür sind die Wartungsintervalle sehr lang. Den Ausschlag geben in Bürogebäuden meist die entfallende Spültechnik und die Kennzahl für den Nachhaltigkeitsbericht, nicht die Wasserrechnung allein.
Dürfen Mieter Urinale umrüsten lassen?
Mit Zustimmung des Vermieters in der Regel ja. Da die Keramik erhalten bleibt und nur der Einsatz getauscht wird, ist die Maßnahme rückbaubar — das erleichtert die Zustimmung deutlich.
Wie oft muss gewechselt werden?
Nach Nutzungen, nicht nach Zeit. Bei üblicher Büronutzung und ausreichend Geräten ergibt sich häufig ein Intervall von zwei bis drei Jahren je Urinal.
Passt das auf unsere Bestandskeramik?
Entscheidend sind Hersteller und Ablaufdurchmesser. Eine Einschätzung in drei Schritten gibt der Kompatibilitäts-Finder.
Zahlen für Ihre Immobilie
Nennen Sie uns Arbeitsplätze und Anzahl der Urinale — Sie erhalten Einsparung, Wechselintervall und Umrüstkosten schriftlich, in einer Form, die Sie an Eigentümer oder Mieterbeirat weitergeben können.
Angebot anfordern oder +49 821 99958638Weiterlesen: Ratgeber wasserlose Urinale · Ratgeber Geruchsverschluss · Geruchsverschlüsse
Beispielrechnung mit angenommenen Belegungs- und Nutzungszahlen sowie 5,00 €/m³ für Trink- und Schmutzwasser. Mietrechtliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrem Vermieter.